Vorteile des sanften Schaukelns und das Konzept des bewegten Sitzens

Vieles von dem, was meine Kinder machen, muss ich nicht mehr nachmachen. Ich möchte keinen Sand mehr essen, verstehe auch nicht warum meine Tochter jedesmal Blubberblasen pusten muss, sobald sie einen Strohhalm bekommt und Nudeln schmecken mit Soße einfach besser.

 

Aber womit wir niemals aufhören sollten, ist das Schaukeln!

 

 

1. Schaukeln unterstützt unseren Gleichgewichtssinn

 Denn beim Schaukeln wird unser Gleichgewichtsorgan, unser Vestibularsystem im Innenohr gestärkt. Dieses Organ informiert unser Gehirn über die Lage unseres Körpers im Raum.

 Instinktiv beruhigen wir Babys, indem wir sie sanft in unseren Armen wiegen. Kinder lieben es herumzuspringen, zu klettern, Purzelbäume zu schlagen und natürlich zu schaukeln.

 

Das alles dient der Ausbildung unseres Gleichgewichtssinns und hat direkten Einfluss auf unser Wohlbefinden. Leider gibt unser Alltag viele dieser Bewegungen nicht mehr her und es liegt in der menschlichen Natur, dass sich Dinge zurückbilden, die wir nicht fordern. Kein Wunder also dass Schwindelgefühle mit dem Alter zunehmen.

 

 

2. Regelmäßiges Schaukeln entspannt und macht glücklich

 Sonderpädagoge Professor Andreas D. Fröhlich hat schon 1975 herausgefunden, dass Schaukeln für Entspannung sorgt und sogar Schmerzen lindert. Mit seiner „basalen Stimulation“, bei dem Patienten gezielt geschwungen und geschaukelt werden, fördert er bis heute das Wohlbefinden von Frühgeborenen, Demenzerkrankten und Menschen mit schweren Verletzungen.

 Eine weitere amerikanische Studie von Professor Nancy Watson berichtet, dass das tägliche 1-2stündige Schaukeln im Schaukelstuhl eine deutliche Verbesserung des Allgemeinzustands bewirke. Die teilnehmenden Patienten eines Pflegeheims verlangten seltener nach schmerzlindernden Medikamenten, waren sicherer auf den Beinen und „sahen auch glücklicher aus“.

 

 

 3. Leichtes Schaukeln lässt uns besser einschlafen

In einer kleinen Studie von schweizerischen Forschern (Sophie Schwartz von der Uni Genf) fand man heraus, dass leichtes Schaukeln uns besser ins Reich der Träume bringt. Die Forscher hatten zwölf Männer im Alter von 22 bis 38 Jahren zweimal zu einem Nachmittags-Nickerchen gebeten und dabei deren Gehirnaktivität beobachtet. Das kurze Schläfchen von jeweils 20 Minuten hielten die Probanden in einem herkömmlichen Bett, das einmal über eine spezielle Konstruktion sanft schaukelte und das andere Mal nicht.

"Unter der schaukelnden Bedingung beobachteten wir bei sämtlichen Versuchspersonen einen schnelleren Übergang zum Schlaf", sagt Schwartzs Kollege Michel Mühlethaler, "ein Ergebnis, das die intuitive Vorstellung stützt, dass diese Prozedur das Einschlafen erleichtert."

 

Gerade im höheren Alter klagen viele Menschen über Einschlafprobleme. Der gute alte Schaukelstuhl macht also durchaus Sinn.

Wenn dir das zu sperrig oder altmodisch ist, dann probiere doch mal einen Hängesessel aus. Anstatt dich also einfach nur auf den Liegestuhl in den Garten zu legen, könntest du auch das Wochenende im Garten verschaukeln. Im Hängesessel oder der Hängematte, am Baum oder an einem der vielen Ständer, alleine oder mit Freunden bzw. mit Familie.

 

Hast du schon beim Gedanken an leichtes Schaukeln ein mulmiges Gefühl im Bauch? Im Hängesessel kannst du dich langsam heran testen und fühlen wie gut sich ein sanftes Bewegen anfühlt.